Fri Aug 29
Quartalszahlen Nvidia könnte noch mehr, wenn nur die Sanktionen nicht wären
2025-08-29
https://www.spiegel.de/wirtschaft/nvidia-koennte-noch-mehr-wenn-nur-die-sanktionen-nicht-waeren-a-a7468664-926b-4ffe-a716-7d3768c646c7
HaiPress
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Nvidia-Gründer Jensen Huang: Gigantischer Quartalsumsatz
Foto: I-Hwa Cheng / AFP
Der Chipkonzern Nvidia schlägt im KI-Boom Rekorde,würde aber gern Dutzende Milliarden Dollar mehr Geschäft in China machen. Nach US-Exportsperren und Gegenwind aus Peking verkauft Nvidia aktuell gar nichts im chinesischen Markt. Dabei sei er für dieses Jahr von einem Umsatzpotenzial von 50 Milliarden Dollar in China ausgegangen – und einem jährlichen Wachstum von 50 Prozent,sagte Firmenchef Jensen Huang.
Trotz des fehlenden Chinageschäfts stieg der Quartalsumsatz von Nvidia im Jahresvergleich um bemerkenswerte 56 Prozent auf 46,74 Milliarden Dollar und übertraf damit Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Quartal davor gab es noch ein Plus von sechs Prozent.
Schlüsseltechnik für KI
Nvidias Chipsysteme werden rund um die Welt für Training und Betrieb von Anwendungen mit künstlicher Intelligenz verwendet. Schwergewichte wie Google oder der Facebook-Konzern Meta füllen damit ganze Rechenzentren – aber auch KI-Start-ups wie die ChatGPT-Erfinderfirma OpenAI setzen darauf. Diese Schlüsselposition ließ das Geschäft von Nvidia in den vergangenen zwei Jahren explosiv wachsen und machte den einstigen Nischen-Player zum wertvollsten Unternehmen der Welt. Zuletzt war Nvidia an der Börse rund 4,4 Billionen Dollar wert – eine Billion mehr als etwa der iPhone-Konzern Apple.Aktie fällt
Mit dem Höhenflug des Aktienkurses wächst jedoch auch die Nervosität der Anleger. Im Raum steht die Frage,wann diesem beispiellosen Erfolgslauf die Puste ausgeht. Im nachbörslichen Handel nach Vorlage der Zahlen fiel der Kurs um gut drei Prozent. Damit gab die Aktie in etwa die Kursgewinne dieser Woche wieder ab. Nvidia hatte bei Technik für Rechenzentren mit einem Umsatz von 41,4 Milliarden Dollar die Markterwartungen knapp verfehlt.Weiter Stille im Chinageschäft
Im vergangenen Vierteljahr verbuchte der Konzern wegen US-Exporthürden keine Verkäufe der abgespeckten KI-Chips mit der Bezeichnung H20 im chinesischen Markt. Allerdings gelang es,H20-Systeme im Wert von 650 Millionen Dollar an einen Kunden aus einem anderen Land zu verkaufen.Die Regierung von Donald Trump hatte zwar vor einigen Wochen den Widerstand gegen H20-Verkäufe nach China aufgegeben. Ein Preis dafür ist,dass der amerikanische Staat einen Anteil von 15 Prozent der Verkäufe bekommen soll. Allerdings kamen die Lieferungen bisher nicht in Gang – weil nun Peking Front gegen den Einsatz von KI-Chips aus den USA,unter anderem mit Verweis auf Sicherheitsbedenken,macht.
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Unterm Strich stieg der Quartalsgewinn von Nvidia im Jahresvergleich um 59 Prozent auf gut 26,4 Milliarden Dollar.
mik/dpa