Thu Apr 02
Auswertung des Statistischen Bundesamts Jährliche Ausgaben für Gesundheit steigen auf 6444 Euro pro Person
2026-04-03
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gesundheits-ausgaben-in-deutschland-2024-6444-euro-pro-person-und-jahr-a-21746912-9967-4c91-a752-0474b4ceafc2
HaiPress


Bild vergrößern
Pflegebett in der Berliner Charité: Weiterer Ausgabenanstieg erwartet
Foto: Britta Pedersen / picture alliance / dpa
Die Gesundheit der Deutschen wird immer teurer. Im Jahr 2024 stiegen die Ausgaben unter anderem für die Behandlung von Krankheiten auf 6444 Euro pro Kopf,wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Jahr 2024 lagen die Ausgaben für Gesundheit insgesamt bei 538,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete dies demnach eine Steigerung um 7,6 Prozent oder 37,9 Milliarden Euro. Die Gesundheitsausgaben hatten damit einen Anteil von 12,4 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt,2023 waren es 11,8 Prozent.
In den vergangenen 30 Jahren verdreifachten sich die Gesundheitsausgaben den Statistikern zufolge. 1994 betrugen sie noch 175,3 Milliarden Euro insgesamt oder 2162 Euro pro Kopf. Auch der Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag vor 30 Jahren mit 9,5 Prozent deutlich niedriger.
Für die Gesundheitsausgabenrechnung werden Ausgaben als gesundheitsrelevant definiert,wenn sie das Ziel der Prävention,Behandlung,Rehabilitation und Pflege verfolgen. Den stärksten Anstieg verzeichneten die Ausgaben für die Pflegeversicherung,die sich von 2023 auf 2024 um 11,3 Prozent oder 6,5 Milliarden Euro auf 64,7 Milliarden Euro erhöhten. Dieser Anstieg sei unter anderem mit weiter steigenden Kosten im Zusammenhang mit Pflegegeld und Pflegesachleistungen zu erklären. Der Anteil der Pflegeversicherung an den Gesundheitsausgaben entsprach demnach zwölf Prozent.
Die Hälfte geht an Apotheken und Arztpraxen
Die gesetzliche Krankenversicherung machte mit einem Ausgabenanteil von 55,9 Prozent den größten Batzen aus. Hierein flossen 2024 insgesamt 300,8 Milliarden Euro,7,8 Prozent oder 21,7 Milliarden Euro mehr als 2023. Die Ausgaben der privaten Krankenversicherung stiegen noch etwas deutlicher als die der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie erhöhte sich um 9,7 Prozent oder 3,9 Milliarden Euro auf 44,8 Milliarden Euro. Fast die Hälfte der Gelder (insgesamt 259,4 Milliarden Euro) floss 2024 an ambulante Einrichtungen wie Apotheken oder Arztpraxen. In Krankenhäuser,stationäre oder teilstationäre Pflege sowie in Reha-Einrichtungen flossen 197,7 Milliarden Euro,das waren 36,7 Prozent aller Ausgaben.Die Bundesregierung plant angesichts der Kostensteigerungen aktuell große Einschnitte im Gesundheitssystem. Eine Expertenkommission hat dazu zuletzt 66 Vorschläge für Einsparmöglichkeiten präsentiert. Der Widerstand gegen diese Pläne ist allerdings groß.
data-area="text" data-pos="15">
Die Ergebnisse für 2025 liegen noch nicht vor. Auf Basis bereits vorliegender und fortzuschreibender Werte rechnen die Statistiker aber mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben – auf 579,5 Milliarden Euro. Das wären 41,3 Milliarden Euro oder 7,7 Prozent mehr als im Jahr 2024.
Lesen Sie hier,wie die Expertenkommission die Krankenversicherung wieder bezahlbar machen will.
apr/AFP
Haftungsausschluss: Dieser Artikel wurde aus anderen Medien reproduziert. Der Zweck des Nachdrucks besteht darin, mehr Informationen zu vermitteln. Dies bedeutet nicht, dass diese Website ihren Ansichten zustimmt und für ihre Authentizität verantwortlich ist und keine rechtliche Verantwortung trägt. Alle Ressourcen auf dieser Website werden im Internet gesammelt. Der Zweck des Teilens dient nur dem Lernen und Nachschlagen aller. Wenn eine Verletzung des Urheberrechts oder des geistigen Eigentums vorliegt, hinterlassen Sie uns bitte eine Nachricht.



